Firmenlogos in Apple Mail & Co. sichtbar machen
Firmenlogos in Apple Mail und anderen E-Mail-Clients sind längst mehr als nur ein optisches Detail – sie beeinflussen Vertrauen, Wiedererkennung und Öffnungsraten. Doch warum werden manche Logos angezeigt und andere nicht? Und weshalb ist der Weg dorthin oft komplexer als erwartet? In diesem Ratgeber beleuchten wir die Hintergründe, zeigen typische Hürden bei der Implementierung und geben eine Orientierung, wie Unternehmen das Thema strategisch angehen können.
🔔 Sie haben es eilig? Die wichtigsten Key Takeaways
- Logos in Apple Mail werden nur angezeigt, wenn eine Domain mit
SPF, DKIM und DMARC authentifiziert ist. - Der BIMI-Standard (Brand Indicators for Message Identification)
ermöglicht es, Logos über DNS-Einträge einzubinden. - Für die volle Unterstützung durch Clients wie Gmail und Apple Mail
ist ein Verified Mark Certificate (VMC) erforderlich. - Apple Business Connect bietet eine kostenlose, einfachere
Alternative, die jedoch nur innerhalb des Apple-Ökosystems greift. - Sichtbare Logos steigern das Vertrauen in E-Mails, erhöhen die
Markenwahrnehmung und erschweren Phishing-Angriffe.
Warum Logos in Apple Mail angezeigt werden
In der Standardansicht von Apple Mail werden Absender zuerst mit einfarbigen Symbolen angezeigt, die die jeweiligen Initialen zeigen. Bei bestimmten Absendern wird jedoch ein offizielles Firmenlogo eingeblendet. Dieses Verhalten basiert nicht auf Zufall, sondern auf einem Zusammenspiel von Authentifizierungsstandards (SPF, DKIM, DMARC), dem BIMI-Protokoll sowie Apples eigenen Datenquellen wie Apple Business Connect.
Die Integration von Logos dient in erster Linie der Sicherheit. Durch die klare visuelle Kennzeichnung wird Phishing erschwert, da Fälschungen leichter auffallen. Gleichzeitig entsteht für Unternehmen ein Markenvorteil, da die Wiedererkennbarkeit in der Inbox gestärkt wird.
Grundlagen der E-Mail-Authentifizierung
Bevor ein Logo in E-Mail-Clients sichtbar werden kann, muss die Domain technisch abgesichert sein. Drei Protokolle bilden die Basis:
- SPF (Sender Policy Framework): Legt fest, welche Server berechtigt sind, E-Mails im Namen einer Domain zu verschicken.
- DKIM (DomainKeys Identified Mail): Signiert jede E-Mail digital und macht Manipulationen erkennbar.
- DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance): Gibt an, wie Mailserver mit verdächtigen Nachrichten umgehen sollen und sorgt für konsistente Durchsetzung von SPF und DKIM.
Fehlen diese Einträge oder sind sie fehlerhaft konfiguriert, verweigern Mail-Clients in der Regel die Anzeige eines Logos.
Eigenes Logo über BIMI und Verified Mark Certificate (VMC) anzeigen lassen
Mit dem Brand Indicators for Message Identification E-Mail-Standard (BIMI) kann man sein eigenes Unternehmenslogo über den DNS-Eintrag der eigenen Domain für E-Mail-Clients hinterlegen. Hier muss ein entsprechender TXT-Eintrag erstellt werden. Dieser verweist auf eine Grafikdatei (SVG Tiny PS), die von Mail-Clients angezeigt wird, sofern alle Authentifizierungsprüfungen erfolgreich waren.
Beispiel für einen BIMI-Eintrag:
"v=BIMI1; l=https://example.com/logo.svg; a=https://example.com/vmc.pem"
- l= verweis auf das Logo (SVG Tiny PS).
- a= verweis auf optionales VMC
Ein Verified Mark Certificate (VMC) ist ein Zertifikat, das die Markenrechte an einem Logo bestätigt. Ohne VMC wird BIMI von einigen großen Anbietern (z. B. Gmail) nicht vollständig unterstützt. Zertifikate werden von autorisierten Stellen wie DigiCert oder Entrust ausgestellt und kosten jährlich etwa 1.000 Euro.
Offizielle VMC-Zertifizierungsstellen:
Logo-Datei und DNS-Eintrag
Beispiel-Logo (SVG Tiny PS, stark vereinfacht):
Beispiel DNS-Eintrag:
default._bimi IN TXT "v=BIMI1; l=https://example.com/logo.svg; a=https://example.com/vmc.pem"
Übrigens: DNS steht für Domain Name System. Es funktioniert wie ein Telefonbuch für das Internet: Statt sich komplizierte IP-Adressen (z. B. 192.0.2.1) merken zu müssen, können Menschen einfache Namen wie example.com nutzen.
Für jede Domain können in diesem „Telefonbuch“ zusätzliche Informationen gespeichert werden – etwa welche Server E-Mails verschicken dürfen (SPF), wie digitale Signaturen überprüft werden (DKIM) oder eben auch, wo ein Logo für BIMI liegt.
👉 Ein DNS-Eintrag ist also nichts anderes als ein kleiner Textbaustein in dieser großen Datenbank. Er wird vom Domain-Anbieter (Registrar oder Hosting-Provider) verwaltet und kann dort über ein Verwaltungsmenü hinzugefügt werden.
Alternative: Apple Business Connect
Apple Business Connect ist ein kostenloses Tool, mit dem Unternehmen ihre Präsenz in Apples Ökosystem pflegen können. Neben Standorten, Öffnungszeiten und Kontaktdaten lässt sich auch ein Logo hochladen. Dieses Logo erscheint in Apple Maps, Siri und teilweise auch in Apple Mail.
Vorteil: Einfach und schnell eingerichtet. Nachteil: Nur innerhalb der Apple-Welt sichtbar und nicht auf andere Anbieter übertragbar.
Häufige Stolperfallen und Tipps
- Falsches Logoformat: Nur SVG Tiny PS wird akzeptiert.
- Fehlender DMARC-Eintrag: Ohne DMARC wird kein Logo angezeigt.
- DNS-Propagation: Änderungen können bis zu 48 Stunden dauern, bis sie weltweit greifen.
- Fehlendes VMC: Ohne Zertifikat ist die Unterstützung bei vielen Anbietern eingeschränkt.
Fazit
Die Anzeige von Firmenlogos in Apple Mail und anderen Clients stärkt das Vertrauen, reduziert Phishing-Risiken und verbessert die Markenwahrnehmung. Zwei Wege führen zum Ziel:
- BIMI + VMC: Der professionelle Weg für Marken mit hoher Reichweite, universell und sicher, aber komplex und kostenpflichtig.
- Apple Business Connect: Die unkomplizierte Lösung für kleinere Unternehmen, schnell umsetzbar und kostenlos, jedoch auf das Apple-Universum begrenzt.
Empfehlenswert ist ein zweistufiges Vorgehen: Zunächst Apple Business Connect für schnelle Sichtbarkeit nutzen, anschließend BIMI und VMC implementieren, um eine langfristig professionelle und plattformübergreifende Lösung zu gewährleisten.







